Osho


Die Lehre von Osho:

Der Weg zur authentischen religiösen Erfahrung liegt in seiner Lehre darin, das Leben als Ganzes anzunehmen, es in allen seinen Facetten zu lieben und täglich zu feiern. Jede wie auch immer geartete Tätigkeit könne dem inneren Wachstum dienen. Meditation bedeute dabei, ein Zeuge aller inneren Vorgänge zu sein, den Strom der Gedanken und Empfindungen an sich vorbeiziehen zu lassen, ohne sich weiter mit ihnen zu identifizieren. Auf diese Weise könne man ihre Vorläufigkeit erkennen und sein Gespür für die Realität hinter der rational oder sinnlich wahrnehmbaren, vergänglichen Welt schärfen. In dem Moment, wo der Meditierende nur noch Zeuge sei, erfahre er, wer er wirklich ist.
Einzelne Elemente seiner Lehren bezog Osho aus der Humanistischen Psychologie und einer synkretistischen Sichtweise auf Religionen. Das Buddhafeld als transzendentem Ort, an dem der Gläubige seine Qualitäten entwickeln kann, stammt aus dem Mahayana-Buddhismus, die Karma-Lehre des Hinduismus wird insoweit aufgenommen, als der Tod als Wechsel in eine neue Existenz verstanden wird. Mystische Elemente stammen aus dem islamischen Sufismus, und die Nutzung sexueller Energie zur Bewusstseinsentwicklung wird im Tantrismus gelehrt.


Osho widersprach sich oft selbst, bewusst, denn er wollte vermitteln, dass es nicht auf die Worte ankomme, sondern vielmehr darum gehe, die Bindung an deren Bedeutung und Inhalte fallen zu lassen – wer die Wahrheit sucht, müsse den Sprung ins Unbekannte wagen. Die Wirklichkeit weise über das unzulängliche Medium der Rationalität und somit auch der Sprache hinaus. Deshalb war ihm jedes Mittel recht, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf die Realität hinter dem Medium „Diskurs“ zu lenken und die Identifikation mit seinen Worten immer wieder durch verfremdende rhetorische Mittel zu unterbrechen. Letztendlich seien auch die Widersprüche in der Vielgestalt Gottes enthalten und aufgehoben:

"Ich will euch nicht zu einem bestimmten Glauben bekehren; ein Glaube muss in sich schlüssig sein. Ich will euch eine Vision geben, keinen Glauben. Ich versuche Euch zu helfen zu meinem Fenster zu kommen, um den Himmel zu sehen, die Wahrheit zu sehen. Diese Wahrheit kann nicht beschrieben werden. Und aus dieser Wahrheit kann kein Dogma gemacht werden, und diese Wahrheit vereint alle Widersprüche in sich – weil sie so riesig ist. Also fahre ich fort Euch flüchtige Einblicke, Perspektiven von ihr zu geben: eine Perspektive ist widersprüchlich zu einer anderen. Aber in der ganzen Wahrheit treffen sich alle Perspektiven und vermischen sich und sind eins.“

(Quelle: Wikipedia)

 

 

Osho vergleicht die Meditationserfahrung im Buddhismus mit der yogischen Meditationspraxis:

Es kommt auf die geistige Einstellung an. Es gibt zwei Einstellungen und zwei Arten von Ausdrucksmöglichkeiten.
Würde man zum beispiel Buddha fragen: „Was geschieht in tiefer Meditation? Was geschieht, wenn man Samadhi erreicht?“, dann würde er sagen: „Dann gibt es kein Dukha mehr, kein Leid.“ Er würde nicht sagen, dass es Seligkeit geben wird, er würde immer sagen, dass es kein Leid geben wird . Nur Schmerzlosigkeit. Würde man Shankara fragen, dann würde er nie über Schmerz reden. Erwürde einfach sagen,: „Es wird Seligkeit sein, absolute Seligkeit.“
Doch beide drücken die gleiche Erfahrung aus. Wenn Buddha sagt kein Leid, dann bezieht er sich auf die Welt.
Er sagt: „ All die Schmerzen, die ich kannte, sind nicht mehr da. Und das was nun da ist, kann ich in eurer Sprache nicht mitteilen.“
Shankara sagt: „Da ist Seligkeit, absolute Seligkeit.“
Er redet nie von der Welt und ihrem Schmerz. Er nimmt nie Bezug auf eure Welt, er bezieht sich direkt auf die Erfahrung selbst. Er drückt es positiv aus. Aber sie zeigen mit dem Finger auf den gleichen Mond. Die Finger sind verschieden, aber das wo sie hinzeigen, ist das Gleiche.

(Quelle: Osho, das Buch der Geheimnisse, S. 533)